Wo haben Sie Ihr letztes Buch bestellt? Sie sind ein Nerd – oder doch zumindest technikaffin. Dann war die Bezugsquelle wohl Amazon oder Buecher.de. Und Ihren letzten Urlaub. Wie haben Sie ihn geplant? Mit einem Katalog aus dem Reisebüro? Oder mit Google Maps und den Legionen von Tourismusbüro-Internetadressen? Und wie war das noch gleich mit der Bestellung des neuen PCs? Im Laden einer nahegelegenen Stadt? Oder bei einem der Internet-Versandhändler?

Das Dorf im Netz. Mit der Erschließung der weißen Flecken auf der Internet-Landkarte der Bundesrepublik ändert sich viel. Auch das Freizeit- und Einkaufsverhalten seiner Bewohner. Nicht von einem auf den anderen Tag. Es ist ein schleichender Prozess. Die Jüngeren machen es vor und auch eine aufgeschlossene Elterngeneration entdeckt die neue Technologie für sich Christaller ade. Die zentralen Orte der Vergangenheit kämpfen im Netz ums Überleben– wie ihre Theorie. Gegen die omnipräsenten Konkurrenten. Nur 2 Mouse-Clicks entfernt und bequem von zuhause.
Gerät eine Theorie ins Wanken, die Wissenschaftlern und Planern so lange einen sicheren Halt geboten hat? Wie reagiert die Politik? Sie fördert die Digitalisierung des ländlichen Raums. Um ihn attraktiver zu machen. Um den ansässigen mittelständischen Firmen den lange erhofften und im Konkurrenzkampf notwendigen Zugang zur schnellen Datenautobahn zu ermöglichen. Um welchen Preis? Wie werden sich die Klein- und Mittelzentren in dieser digitalen Offensive verändern? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Sind alle Akteure auf die sich abzeichnenden Veränderungen vorbereitet?
Zweifel sind angebracht. Andere Themen stehen im Fokus einer sich immer mehr globalisierenden Gesellschaft. Da kann der ländliche Raum mit seinen Klein- und Mittelzentren aus dem Blick verloren werden.
 
Robert Koch